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Trambahn Westtangente

Die Fürstenrieder Straße darf nicht weiter als Autobahn-Verbindungsstraße missbraucht werden!

Wenn die Trambahn in der Fürstenrieder Straße nicht gebaut würde, müssten in Zukunft noch mehr Busse eingesetzt werden mit eigener Busspur (wie in Laim), d.h. in der Hauptverkehrszeit hätten wir ebenfalls eine Fahrspur weniger.

  • Wenn die Tramtrasse in der Mitte verläuft, werden Sicherheit und Attraktivität der Fürstenrieder Straße wesentlich erhöht.
  • Erheblich mehr Sicherheit an den Haltestellen der Gymnasien (Ludwigs- / Erasmus-Grasser) und am Waldfriedhof-Haupteingang: an beiden Haltestellen ampel-gesicherter Straßenübergang auf der gesamten Länge der Tram.
  • Die Kapazität an den Kreuzungen bleibt ausreichend – es wird so gut wie keinen Stau geben.
  • Eine Tram bietet etwa doppelt so viel Platz wie ein Gelenkbus und 50% mehr als ein Bus mit Anhänger.
  • Alle fertiggestellten Neubau-Tramprojekte haben breite Akzeptanz bei den Bürgern gefunden und führten zu gestiegenen Fahrgastzahlen.

Frühestens wenn in 2015 der Tunnel unter dem Luise-Kiesselbach-Platz eröffnet ist, wird mit dem Bau der Trambahn-Westtangente begonnen werden. Das wird dann eine Tramlinie vom Ratzingerplatz bis zum Romanplatz, durch die gesamte Fürstenrieder Straße. Die Tram wird zudem die Lebensqualität in den Stadtvierteln steigern – diese werden nicht mehr künstlich getrennt und zerschnitten. In der Bürgerversammlung im Herbst 2013 in Sendling-Westpark haben Bürger drei Anträge für die Trambahn in der Fürstenrieder gestellt. Alle drei wurden mit großer Mehrheit angenommen.

Die Vorurteile gegen die Tram und warum diese falsch sind:

Falsch: „Nur wegen der Tram muss in der Fürstenrieder Straße je eine Fahrspur entfallen.“
Richtig ist: Wegen der zukünftigen Neubaugebiete an der Drygalski-Allee und um den Ratzingerplatz und der geplanten Erweiterung des Gymnasium-Campus (Ludwigs / Erasmus Grasser) haben wir in Zukunft eine erhebliche Zunahme von Fahrgästen. Bereits heute fährt in den Hauptverkehrszeiten alle fünf Minuten ein Bus – diese Häufigkeit muss dann noch erhöht werden. Das wird man nur mit einer eigenen Busspur bewältigen können. Damit würde zukünftig in den Hauptverkehrszeiten sowieso eine Fahrspur entfallen. Und: wie kompliziert das Abbiegen bei einer Busspur für die Autofahrer ist, kann man bereits jetzt zwischen Laimer Platz und Laimer Bahnhof sehen. Ohne Tram würde sich die Situation aufgrund der ehöhten Fahrfrequenz sogar noch verschlechtern.

Falsch: „Wenn je eine Fahrspur wegfällt, haben wir künftig noch mehr Stau.“
Richtig ist: Obwohl die Fürstenrieder Straße derzeit auch als Ausweichstrecke für die Garmischer Straße genutzt wird, haben wir heute, auch in den Hauptverkehrszeiten, keinen Stau ! Wenn man an einer Kreuzung wegen einer roten Ampel halten muss, dann kommt man, auch zu Haupt¬verkehrszeiten, fast immer mit der nächsten Grünphase über die Kreuzung. Testfahrten an verschiedenen, normalen Arbeitstagen haben gezeigt, dass man für die Strecke zwischen der Brücke über die Lindauer Autobahn und dem Waldfriedhof (Höhe Parkplatz) bei „leerer“ Straße 3 Minuten, aber auch in den Hauptver¬kehrszeiten nie mehr als 7 Minuten braucht. Darüber hinaus haben alle Kreuzungen noch deutliche freie Kapazitäten, d.h. man kann davon ausgehen, dass an den Kreuzungen, an denen eine Fahrspur entfällt, der Verkehr trotzdem ohne Stau fließen wird. Detailuntersuchungen der SPD-Fraktion im BA7 liegen hierzu vor.

Falsch: „Der Busverkehr ist ausreichend – es ist nicht notwendig, die Struktur der Fürstenrieder Straße zu ändern.“
Richtig ist: Wenn die Tramtrasse in der Mitte der Fürstenrieder Straße verläuft, werden Sicherheit und Attraktivität deutlich erhöht: es wird Inselhaltestellen und Kap-Haltestellen geben. Das ist die sicherste Form einer Haltestelle. Generell ist ein vierspuriger Ausbau mit einer Tram¬trasse in der Mitte wesentlich weniger trennend als ein 6-spuriger Autobahnzubringer.

Falsch: „Die Tram-Haltestellen sind gefährlich. Die Schüler an den Schulen müssen sich auf der Haltestelleninsel drängeln – auf der einen Seite der Autoverkehr, auf der anderen fährt die Tram.“
Richtig ist: Am Waldfriedhof und am Ludwigs- und Erasmus-Grasser-Gymnasium werden sogenannte Kap-Haltestellen ein-gerichtet. Die Fahrgäste warten dort zunächst auf dem sicheren Gehweg. Sobald die Tram eingefahren ist, schaltet die Fußgängerampel auf grün, woraufhin die Wartenden die Fahrbahn auf der gesamten Länge der Haltestelle sicher, ebenerdig und behindertengerecht überqueren können. Damit wird ein großes Sicherheitsproblem gelöst, das an den Gymnasien schon zu schweren Schulwegunfällen geführt hat.

Falsch: „Die Tram wird 200 Millionen Euro kosten.“ CSU-Stadtrat Seidl am 24.07.2013 im Stadrat: „Ich kann Ihnen schon sagen, was das ausmacht: Sie brauchen nur die Kosten des 1 km langen Bereichs der Trambahn in Pasing nehmen und diese auf 8,5 km hochrechnen. Dann kommen Sie auf die Kosten, die ich mit ca. 200 Mio. € beziffere. Hier ist noch nicht ganz klar, ob die Umweltverbundröhre dabei ist oder nicht.“
Richtig ist:

  1. die 950 m in Pasing haben laut MVG und Presse 12,3 Mio gekostet. Hochgerechnet auf die 8,5 km Trambahn Westtangente wären das 110 Mio
  2. die 4,3 km der Trambahn nach St. Emmeram haben 43 Mio gekostet, also 10 Mio pro km. Berechnet für die 8,5 km Trambahn West wären das 85 Mio
  3. die Beschlussvorlage im Stadtrat vom Juli nennt für die Trambahn-Westtangente Gesamtkosten von netto 86 Mio (Preisbasis 2011) Selbst wenn man einen Teuerungs- und einen Risiko-Zuschlag hinzunimmt, ist das alles meilenweit entfernt von den 200 Mio. die der CSU-Stadtrat Otto Seidl behauptet hat. Wir haben Herrn Seidl mehrfach auf diese Diskrepanz in seiner Aussage hingewiesen – leider hat er uns nicht geantwortet.

Anmerkung: Alle Verkehrsaussagen beziehen auf den Abschnitt der Fürstenrieder Straße zwischen Waldfriedhof und Lindauer Autobahn.